Idee


„Ich kann aber kein Pferd malen.“ Diese und ähnliche Äußerungen habe ich in meiner über 20 Jahre währenden Tätigkeit als Grundschullehrerin oft gehört. Der Zweifel an den eigenen künstlerischen Fähigkeiten von Grundschulkindern führte dann häufig zur Unlust am Malen.

Irgendwann bin ich bei meiner Suche nach Möglichkeiten, die diese Zweifel nicht aufkommen lassen, auf das Konzept von Arno Stern (geb. 1924) gestoßen. Dieser beschäftigt sich seit 70 Jahren mit der kindlichen Formensprache und deren Entwicklung. Genau wie beim Erlernen des Sprechens und Laufens verläuft auch die Verwendung von Formen und Figuren beim Malen in festgelegten Entwicklungsschritten. Wird einem Kind der Raum zur Entwicklung der einzelnen Schritte gegeben, durchläuft es die einzelnen Stufen und entwickelt so Schritt für Schritt seine Malkompetenz und erweitert und entwickelt sein Formenrepertoir.

Ausschlaggebend hierbei ist, dass das Malen des Kindes nicht vom Erwachsenen beurteilt und gedeutet wird.

Zu Beginn der Malentwicklung geht es dem Kind nicht darum Gegenständliches darzustellen, sondern mit dem ihm zur Verfügung stehenden „Zeichenvokabular“ zu experimentieren und so seine Malfähigkeit fortwährend weiter zu entwickeln. Deutet ein Erwachsener das Gemalte des Kindes, versucht es das zu malen, was der Erwachsene sehen möchte. Ist der Malende zu derlei Darstellung allerdings noch nicht in der Lage, wird er unzufrieden und verliert mit der Zeit die Lust am Malen.

Basierend auf dem Konzept von Arno Stern und meinen eigenen Erkenntnissen bin ich zu dem Entschluss gekommen, meine Workshops in einem „urteilsfreien“ Raum anzubieten. Das bedeutet, dass im Unterschied zum Schulunterricht Aspekte wie Interpretation, Beurteilung, Bewertung und Benotung keine Bedeutung haben.


Ziel


Deshalb geht es in meinen Workshops von 18farben nicht um die Bewältigung einer bestimmten künstlerischen Aufgabe, sondern um Freude am Experimentieren, Steigerung der Motivation und dadurch Förderung von Kompetenzen. Die Workshops von 18farben bieten Kindern die Möglichkeit, ohne der Anforderung einer Gestaltungsaufgabe gerecht werden zu müssen und im Anschluss beurteilt zu werden, sich frei zu entfalten, zu experimentieren und auszuprobieren. Ziel ist es, die Freude am Malen zu wecken bzw. zu erhalten, ohne fremde Erwartungen erfüllen zu müssen. Darüber hinaus wirkt sich das Angebot zur künstlerischen Entfaltung auch positiv auf die Gesamtentwicklung der Kinder und deren Persönlichkeit aus.

Dabei liegt der Schwerpunkt bei Workshops für Kindergartenkinder auf dem individuellen Durchlaufen und Erproben der einzelnen Entwicklungsschritte. Bei Schulkindern hingegen wird ein besonderes Augenmerk auf das Experimentieren mit Techniken im „urteilsfreien“ Raum gelegt.


18farben


Ein weiterer besonderer Aspekt meiner Workshops liegt in der Verwendung von achtzehn unterschiedlichen Temperafarben. Die Konsistenz und Eigenschaft dieses Materials bieten einen hohen Motivationswert und vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten (Auftrag mit Finger, Pinsel, Spachtel, Nass-in-Nass-Malerei, Abgrenzung von Flächen usw.). Andererseits wird dem Malenden das Erlernen vom Einhalten bestimmter Regeln abverlangt (z.B. nur für die jeweilige Farbe vorgesehene Pinsel verwenden, Farben in einem extra Gefäß mischen usw.)
Die achtzehn Farben wurden so ausgewählt, dass sie das Hauptfarbspektrum abdecken und somit die Bedürfnisse der Malenden erfüllen. Sollte ein Kind jedoch weitere Farbtöne benötigen, erlernt es im Workshop das Mischen von weiteren Farbentönen.


Meine Aufgaben


In den Workshops übernehme ich keine belehrende Funktion, sondern eine helfende und motivierende Rolle. Ich biete dem Malenden in erster Linie Hilfestellung und unterstütze ihn mit zielgerichteten Fragen zur Bildklärung, um seine Malfähigkeit zu fördern und dadurch die Malfreude zu steigern. Dabei geht es z.B. auch um die richtige Handhabung des Pinsels und richtige Verwendung der Farben. Durch das Angebot unterschiedlicher Werkzeuge gebe ich Tipps zum Erproben und Erlernen verschiedener Techniken. Hierdurch bekommen die Kinder die Möglichkeit, ihre Malkompetenzen zu entwickeln und zu fördern. Nie geht es aber um die Beurteilung und Deutung der Bilder, das heißt, inhaltlich können sich die Kinder ganz frei entfalten.


Ablauf


Der organisatorische Ablauf und die Finanzierung der Workshops sind abhängig von der jeweiligen Trägerschaft der Einrichtung.

In der Regel finden die Workshops

  • über einen Zeitraum von 8 bis 10 Wochen
  • mit jeweils 1 Wochenstunde (45 bis 60 Minuten)
  • in einer Gruppenstärke von ca. 10 Personen

statt.

„Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist nur, wie man ein Künstler bleibt, wenn man größer wird.“ (Picasso)

Das Anmeldeformular und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen finden Sie hier.

Workshops für Kinder